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Teil 1: 11. & 12. Juli 2005 | 19 Uhr
Alvar Aalto Kulturhaus HS 2 | Porschestraße 51 | 38440 Wolfsburg


ROT LAG IN DER LUFT /1

Filmprogramm zu Krieg und Befreiung
von Madeleine Bernstorff / Jochen Becker (metroZones)
für
NON-STOP. Ein Projekt zur Ambivalenz von Krieg und Frieden
Kunstverein Wolfsburg


„Erst als ‘Wolfsburg-Macher’ Bodo Lafferentz auf den Gedanken kam, den Volkswagen als Kübelwagen den Italienern für deren Nordafrikakrieg anzubieten, wurde der VW ‚kriegstauglich’.“ Christian Schneider: Stadtgründung im Dritten Reich, 1979

Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. In Algerien erinnert man sich hingegen an einen Tag des Massakers, verübt von französischen Kolonialtruppen in Sétif und de Guelma: Das Ende des Zweiten Weltkriegs, bei dem die französischen Streitkräfte zu Zehntausenden durch algerische Truppen verstärkt worden waren, sollte in Sétif wie überall im Land gefeiert werden. Doch als in den Gedenkzügen die algerische Unabhängigkeit gefordert wurde, schritten die französischen Sicherheitskräfte ein. Bis zu 15.000 Algerier wurden dabei ermordet. In der Rückschau begann hier der erst 18 Jahre später beendete algerische Unabhängigkeitskrieg.

Das vierteilige, kommentierte und mit beispielhaften Ausschnitten ergänzte Filmprogramm ‘Rot lag in der Luft’ verfolgt übersehene Weltenkriege und Kübelwagen in Nordafrika, Lager und Zwangsarbeit in Wolfsburg, antikoloniale Befreiung und die Traumata Neuer Kriege sowie transnationale Kontrollregime. Und bezieht sich dabei nicht zuletzt auf Chris Markers Dokumentar-Agitation ‘Le Font de l’Air est Rouge’.


Montag 11.7. 19 Uhr

DIE SCHLACHT UM ALGIER, Gillo Pontecorvo, Italien/Algerien 1965, FR/Arab. m. engl. UT 136 min.

Da Ali la pointe und die Handvoll mit ihm versteckter Mitkämpfer nicht zur Aufgabe bereit sind, sprengt die französische Armee das gesamte Haus mitsamt seinem Versteck in die Luft. Doch langfristig wird Frankreich den Krieg verlieren. Die Ruine ist heute noch in der Kasbah, der Altstadt von Algier, zu bewundern.
Der italienische Regisseur Gillo Pontecorvo wurde von der algerischen FLN aufgefordert, den Straßenkampf gegen die Besatzung als Spielfilm mit dokumentarischen Zügen zu rekonstruieren. 2003 wurde der Film in Cannes wieder aufgeführt – lange war er in Frankreich verboten. „Screened by the Pentagon 2003“ verkündet der Trailer zur Wiederaufführung und erinnert daran, daß zur Vorbereitung der Straßenkämpfe im Irakkrieg ‚Die Schlacht um Algier’ als Ausbildungsmaterial diente.

Kinder schießen aus nächster Nähe auf Soldaten. Frauen legen Bomben in Cafés. Bald wird die gesamte arabische Bevölkerung von einem verrückten Fieber erfasst sein. Die Franzosen haben einen Plan und ist in dem Film deutlich präsent: Folter durch Stromstöße (mittels eines Apparats, den die Franzosen la gégène tauften), durch Eintauchen des Kopfes in Wasser, durch Aufhängen mit verrenkten Gliedmaßen, durch Verbrennungen.

Frankreich wird den Krieg verlieren: Wegen der internationalen Meinung, wegen der Kriegsmüdigkeit und der zunehmend schockierten Reaktionen in der französischen "Metropole".

Ausschnitte aus: BLACK HAWK DOWN USA 2001 Ridley Scott

„BLACK HAWK DOWN erzählt die Geschichte einer gescheiterten Mission. In Somalia hatte die UNO 1992 unter der Leitung der USA damit begonnen, Lebensmittelkonvois von Blauhelmen schützen zu lassen. Was als Blauhelmeinsatz begann, wurde zum polizeilichen Kampfeinsatz. Polizeikrieg ist der Typus hegemonialer Kriegsführung und sie werden nicht gewonnen. Die Polizei ist immer da. In einem Krieg, in dem nicht einfach ein Territorium erobert und besetzt wird, sondern in dem ein Territorium zugänglich gehalten werden soll, gibt es kein definitives Kriegsende.“ (Katja Diefenbach in ‚Space//Troubles’). Der Film begleitete den letzten Irak/Golfkrieg in die Kinos.

Ausschnitte aus: WOMEN VIDEOLETTERS a second text on war & globalization 2004

Die ‘women videoletters’ sind eine Sammlung kurzer Videofilme, die verschiedene lokale Perspektiven auf die gegenwärtigen Ungleichverhältnisse, auf Militarisierung und Krieg zusammenbringen. Eine wichtige Fragestellung war, welche Effekte Krieg und Globalisierung in verschiedenen Kontexten auf Geschlechterverhältnisse und Sexualität haben, bzw. umgekehrt: welche Geschlechter- und sexuellen Konzepte die Basis von Krieg und gewalttätigen Verhältnissen sind. Die Sammlung umfasst Videobriefe aus der Türkei, aus Uruguay, Chiapas/Mexico, vom Weltsozialforum in Mumbai/Indien, aus Pakistan, aus dem Irak, aus Argentinien, Niederlande, aus Deutschland, aus Israel und Palästina. (Sichtungsmöglichkeit für die ganze Kompilation)

Dienstag 12.7. 19 Uhr

Ausschnitte aus: EMITAI Gott des Donners, Ousmane Sembène, Senegal 1971, 90 min.

EMITAI berichtet in Anlehnung an einen Vorfall aus dem Jahre 1942 vom erwachenden Widerstand eines senegalesischen Dorfes, in dem die französische Kolonialmacht zuerst Rekruten, später die Reisernte requirieren will. Die Rekruten werden zur Verteidigung des Vaterlandes – gemeint ist Frankreich – nach Europa verschifft, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Im Dorf selbst wird ein Poster des neuen „Häuptlings“ De Gaulle aufgehängt.

Ausschnitte aus: CAMP DE THIAROYE Camp der Verlorenen, Ousmane Sembène, Senegal 1988, 154 min

Stolz darauf, „für Frankreich" gekämpft zu haben, kehren 1944 westafrikanische Soldaten der unterschiedlichen französischen Kolonien zurück ins Übergangslager Camp de Thiaroye bei Dakar. Schlechtes Essen, Verachtung und schuldig gebliebene Entlassungsprämien werden zu ihrem täglichen Brot. Die französischen Kolonialoffiziere scheren sich nicht darum. Als Frankreich die afrikanischen Soldaten wieder in alte koloniale Muster entlassen wollte, begehrten die schwarzen Befreier von Europa auf.

Ousmane Sembène arbeitet mit CAMP DE THIAROYE eine authentische, nahezu vergessene Geschichte auf. Er ist der wohl bedeutendste Regisseur Schwarzafrikas. 1942 schließt er sich den französischen Kolonialtruppen an, kämpfte bei der Artillerie und war an der Befreiung des Elsass beteiligt. 1947/48 nimmt er am großen Streik der Bahnarbeiter entlang der Strecke Dakar-Niger teil, einem Schlüsselereignis für die afrikanische Politik der Selbstbestimmung. Danach geht er als Dockarbeiter nach Marseilles, wird Gewerkschafter und tritt der kommunistischen Partei bei.

Ausschnitte aus: Paisà Regie: Roberto Rossellini, Skript: Sergio Amidei / Federico Fellini, 1946

Rosselinis Episodenfilm erzählt sechs Geschichten von italienischen, deutschem und us-amerikanischen Soldaten, die im Italien des Kriegsendes aufeinandertreffen. In einer Szene, wird in einem Kasperltheater ein “Mohr” abschätzig behandelt. Ein schwarzer GI greift wutentbrannt ein und steht nun selbst mit auf der Bühne. Das schließt an Szenen in CAMP DE THIAROYE an: Sobald die westafrikanischen Kriegsrückkehrer in den amerikanischen Uniformen ausgingen, waren sie wohlgelitten. Sobald jedoch auffiel, dass sie nicht schwarze GIs, sondern afrikanische Soldaten waren, wurden sie aus den Kneipen und Bordellen hinausgeworfen.


Zu Gast: die antikoloniale Filmgruppe ‚Remember Resistance’ (Berlin)

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