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Recall
Ausgrabungen in Kunst, Pop und Politik


Mit dem Titel Recall – Ausgrabungen in Kunst, Pop und Politik wird ein gemeinsamer Strang der Projekte des Jahres 2007 beschrieben, der die Wiederentdeckung und Neubewertung von gesellschaftlichen Phänomenen in ihrer historischen Dimension in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird die grundlegende Differenz zwischen real und fiktional in Frage gestellt. Der Recall von kulturellen und sozialen Ereignissen umfasst das Wiederaufgreifen von Strömungen, die gewöhnlich als vergangen oder obsolet gelten, genauso wie die Beschäftigung mit Kulturprominenz aus Wolfsburg, die in ihrem Heimatort nicht wahrgenommen wird.

Die in Berlin lebenden, besonders in subkulturellen Kreisen populären Allroundkünstler Max (Mitglied der Band „Mutter“) und Wolfgang Müller (in den 80er Jahren Kopf der Gruppe Die Tödliche Doris) sind in ihrem Geburtsort Wolfsburg seit ihrem Weggang nach der Schulzeit kaum beachtet worden. Diesen Umstand wollten wir mit der retrospektiven Ausstellung, Welcome home Max und Wolfgang Müller (Söhne eines einfachen VW-Arbeiters) ändern. Ihre Produktion lässt immer wieder deutliche Referenzen zu dieser Stadt erkennen. So erschienen erst in den letzten Jahren die LP „Fallersleben“ und das Buch „Musikcafe Wolfsburg“. Dies belegt, dass die Beziehung zwischen Wolfsburg und dem Oeuvre von Max und Wolfgang Müller keine konstruierte ist, sondern sich mit den Intentionen und Arbeiten der beiden Künstler und Musiker decken.

Was Nichtstun bedeutet, wird in dem Projekt In den Architekturen des Alltags. Gewohnheit. Faulheit. Muße von Künstlern und Kunstheoretikern aus Ungarn und Deutschland neu interpretiert. Wenn der Mensch nichts tut, heißt es nicht, dass nichts in und mit ihm geschieht. Vielleicht sind ja gerade die scheinbar inaktiven Momente die kreativsten. In einem eher historischen Begriff wie der Muße wird dieser Zusammenhang zum Ausdruck gebracht. Zudem ist es geradezu eine soziale Notwendigkeit, die Situation nicht handeln und arbeiten zu können, neu zu bewerten. Die Abwertung der Nicht-Erwerbstätigen als nutzlos für die Gesellschaft muss in Zusammenhang mit der hohen Arbeitslosigkeitsquote in Deutschland neu diskutiert werden.

Oftmals geraten die Visionen zur Zukunft der Arbeit, wenn sie in popkulturellen Medien wie Comic, Spielfilm oder Science Fiction-Literatur geäußert wurden, schnell in Vergessenheit. Dabei scheinen die zukünftigen Entwicklungen, die sie darstellen, immer mehr Gegenwart zu werden. In der Ausstellung Work Fiction werden diese popkulturellen Zeugnisse der letzten hundert Jahre mit aktuellen künstlerischen Arbeiten zusammengebracht, die sich mit den gleichen Themen auseinandersetzen. Die Ausstellung Work Fiction fragt mit visuellen Mitteln, welche Arbeitsvisionen schon real geworden sind, welche in ferner Zukunft zu erwarten sind, und welche Prognosen sich als falsch erwiesen haben. In begleitenden Vorträgen und Diskussionen wird diese Thematik zudem auf diskursiver Ebene reflektiert.

Auch in der Umweltschutzbewegung sind die ursprünglichen Vorstellungen weitgehend aus dem Blickfeld geraten. Es scheint als seien die realen Bedrohungen heute größer als die Wahrnehmungsmöglichkeiten des Einzelnen. So findet Umweltschutz heute sehr viel weniger bewusst statt und eher als Nebenprodukt eines Qualität vollen Lebens, durch z.B. Einkaufen im Bioladen. Parallel zu dieser Entwicklung sind auch die Beiträge in der Kunst. Während der Verlauf in den 70er Jahren noch intensiv von Künstlern und ihren Arbeiten und Aktionen begleitet und sogar maßgeblich geprägt wurde, beschäftigen sich junge Künstler distanzierter mit der Thematik. Die Ausstellung Green Dreams hinterfragt mit ihren künstlerischen Beiträgen vergangene ökophilosophische und naturethische Positionen und untersucht vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung ihre Zukunftspotentiale.

Im Jahresprogramm 2007 spielt der Zeitfaktor eine zentrale Rolle. Denn nur mit den historischen Phänomenen des Verlorengehens und des Wiedererinnerns gewinnt Recall seine Bedeutung. Mit diesem Ins-Gedächtsnis-rufen von Verschüttetem werden im kommenden Jahresprogramm kulturelle Phänomene aufgedeckt und neu gewichtet. Unbeachtet Gebliebenes wird neu gewertet. Im Jahr 2007 zeigt der Kunstverein Wolfsburg Ausgrabungen in Kunst, Pop und Politik, die ihm sowohl aus lokaler als auch aus globaler Perspektive als relevant erscheinen.

Da die Ausstellungen des Kunstvereins im Jahr 2007 mit besonders umfangreichen Veranstaltungsprogrammen gekoppelt sind, haben wir die Zahl der Projekte auf vier beschränkt. Speziell der Ausstellung In den Architekturen des Alltags ist ein öffentlich zugänglicher Workshop, ein Work in Progress vor Publikum, vorgeschaltet und damit ist sie zweiteilig. Zudem findet im Januar und Februar 2007 das bereits im Antrag des letzten Jahres angeführte, mit dem Science Center phaeno entwickelte Festival phaenomenale statt, das in den Bereichen Musik, Performance, Theater, Theorie und Film zahlreiche Veranstaltungen durchführt.

 
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