spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer
kunsterein logo
 
 Aktuell         |
 Jahresprogramm  /
 Ausstellungen   |
 Raum für Freunde|
 City Gallery    |
 arti            |
 Termine         |
 Kunstverein     |
 Jahresgaben     |
 Shop            |
 Popmusik        |
 Kontakt         |
 


 2017            |
 2016            |
 2015            |
 2014            |
 2013            |
 2012            |
 2011            |
 2010            |
 2009            |
 2008            |
 2007            |
 2006            |
 2005            |
 2004            /


MenschMaschine
GLAMOURÖSE ENTWÜRFE INMITTEN DER INFORMELLEN ÖKONOMIE


Das Programm des Kunstverein Wolfsburg „Economy & Glamour“ im Jahr 2004 fragt nach den Auswirkungen der derzeitigen ökonomischen Prozesse auf die Alltagskultur und registriert Parallelen in der Subjektkonstituierung in Wirtschaft und Kultur.

Starkult und Glamour in der Popkultur und die heutigen Anforderungen der Arbeitswelt, flexibel, mobil und selbstverantwortlich zu agieren, können als Phänomene derselben gesellschaftlichen Entwicklung verstanden werden. Einerseits wird in den Medien immer intensiver nach besonderen, herausragende Persönlichkeiten gesucht - verschiedene Fernsehsender haben Mechanismen zur regulierten Generierung von Popstars erfunden – , andererseits gibt es eine ökonomische Disposition, in der zunehmend auf die Stärke und das Einfallsreichtum des Einzelnen gepocht wird. Ich-AGs und Existenzgründungen in verschiedensten Bereichen sind nur eine Auswirkung davon. Eine andere das veränderte Selbstverständnis des Arbeitnehmers, der sich jetzt weniger als Teil eines größeren Gesamtzusammenhangs, sondern als Selbstständiger mit einer flexiblen Arbeitsbiographie begreift. Dieser Korrespondenz von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen geht „Economy & Glamour“ 2004 im Kunstverein Wolfsburg nach.

Mit Hilfe der neuen Kommunikationstechnologien können Unternehmen weltweit in Echtzeit agieren. Das Internet ist zum Nervensystem des High-Tech-Kapitalismus geworden. So wird heute von einer Informellen Ökonomie gesprochen, in der Zeichensysteme und Bilder eine zentrale Rolle einnehmen. Auch für den Kurswert an der Börse ist das Image eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Ein positives Erscheinungsbild und ein glamouröses Auftreten stärken seine Stellung auf dem Markt.

Besonders in Zeiten großer Umwälzungen sucht die Bevölkerung nach Personen mit übermenschlichen Fähigkeiten. Sogenannte Helden des Alltags rekrutiert in Deutschland derzeit Presse und Fernsehen, einfache Feuerwehrmänner wurden in den USA zu Helden der Nation ernannt. Helden und ihre damit verbundenen mythischen Erzählungen haben im Medium Comics stets einen festen Platz. Mit dem Import japanischer Comics, den Mangas, erlebt es seit einigen Jahre eine neue Blüte. Die Helden der fiktiven Stories der Comics haben sich gerade in der Vermittlung von Spielfilmen, z.B. Spider Man, X-men, Hulk, Lara Croft, in unserem Bewußtsein verankert. In der Geschwindigkeit, in der sie Entfernungen zurücklegen und auf unerwartete Situationen reagieren, sind sie für den heutigen Menschen vorbildlich. Die Grenze zwischen Phantasma und Wirklichkeit scheint in unserem mediatisierten Alltag zu verschwinden. In der heute virtualisierten Kultur können Unterschiede zwischen Realität und Science Fiction ausgeblendet werden, wie der erfolgreiche Wahlkampf von Arnold Schwarzenegger in Kalifornien unterstreicht, der mit dem Renommee der im Kino gewonnenen Schlachten Gouverneur dieses Staates werden will. Aber bereits der frühere amerikanische Präsident Ronald Reagan konnte von der Nivellierung der Grenze von Fiktion und Wirklichkeit profitieren.

 
© 2017 Kunstverein Wolfsburg, ein  sensomatic design

Impressum