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Sammeln, Jagen, Ausstellen

Im Unterschied zur Frühzeit der Menschheit vor 15 000 Jahren, in der noch zwischen Jägern und Sammlern differenziert wurde, fallen heute beide Tätigkeiten – zumindest im kulturellen Bereich – in der Regel zusammen. Sammler sind ständig auf der Jagd nach Dingen, Ideen, Daten oder Lebewesen. Sammeln ist mit Leidenschaft verbunden. Liest man die Biografien berühmter Sammler stößt man immer wieder auf dieses mit Emotionen besetzte Interesse, das zur Obsession werden kann. Eine Sache intensiv, emotional und zum Teil irrational zu verfolgen, ist eine Eigenschaft, die Sammler mit Künstler verbindet. Sammler wollen aber nicht nur Sammeln und Jagen. Sie suchen die Öffentlichkeit und wollen ihre besten Sammelstücke präsentieren. In öffentlichen Museen werden immer häufiger Werke aus privaten Sammlungen gezeigt. Es kommt zu Sammlerausstellungen in Museen, Kunsthallen, Kunstvereinen und in jüngerer Zeit in eigens dafür errichteten Sammlergebäuden.

Sammler machen in der Kunstwelt Schlagzeilen. Die Magazine „Kunstforum“ und „Texte zur Kunst“ widmen ihnen 2011 Themenbände. Trotz manch kritischer Töne nützt den Sammlern und ihren Sammlungen diese mediale Aufmerksamkeit. Innerhalb des Kunstsystems scheint ihre Macht permanent zu wachsen. Bei Museen ist das Interesse anders gelagert. Hier wird in erster Linie zusammen getragen und konserviert. Künstler und Kunstwerke, die für die Gesellschaft relevant sind, werden vor dem Vergessen bewahrt, in dem sie in eine Museumssammlung aufgenommen werden. Was öffentliche und private Sammlungen verbindet, ist jedoch die Konstruktion eines Sammlungsthemas und der Antrieb, eine Kollektion zu vervollständigen.

Aber nicht für jeden ist das Sammeln etwas Positives. Für den französischen Philosophen Jean Baudrillard steht beim Sammeln der Wunsch, etwas in Besitz zu bringen, im Vordergrund. Ein Gegenstand wird nicht mehr nach seiner Funktion beurteilt sondern bekommt einen subjektiven Wert. Sie werden zu Besitzstücken und zu mit subjektiven Emotionen besetzten Objekten. Die Leidenschaft des Sammelns ist nach Baudrillard eine Ersatzhandlung, eine Flucht.

Wolfsburg ist nur wenigen als Ort von Kunstsammlern im Bewusstsein. Hier leben zwar nicht die mächtigen Sammler, die den internationalen Kunstdiskurs beeinflussen können. Doch finden wir in dieser Stadt erstaunliche Kollektionen wichtiger Kunstwerke, die es zu entdecken gilt. Sie wurden mit großem Engagement über Jahrzehnte hinweg angelegt. So verdienen sie es längst, zumindest exemplarisch in der Präsentation Wolfsburger Sammler des Kunstverein Wolfsburg einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Gezeigt werden Werke aus den Sammlungen von Günter Graf von der Schulenburg, Dr. Volkmar Köhler, Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch, Dr. Hans-Joachim und Anja Trohl, Axel Bosse.

In Jahr 2012 wird zum vierten Mal der vom Kunstverein Wolfsburg initiierte Kunstpreis für Wolfsburger Künstler, arti, ausgeschrieben. Das Thema des arti, der in Form eines Wettbewerbs alle zwei Jahre vergeben wird, wird sich am Thema des Jahresprogramms Sammeln, Jagen, Ausstellen orientieren. So werden auch die für die Ausstellung arti ausgewählten Arbeiten Werke sein, die sich mit den genannten Begriffen auseinandersetzen werden.

Für die französische Künstlerin Jacqueline Doyen ist das Sammeln die Basis ihrer Arbeit. Sie sammelt und beschäftigt sich mit Medienbildern und nimmt sie zum Anlass, mit künstlerischen Mitteln über das Fiktionale und die reale, körperliche Determinierung der Posen von Stars oder Politikern zu reflektieren. Dies gilt auch für ihre neuen Arbeiten, die im Rahmen des New York-Stipendiums des Landes Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung derzeit entstehen und erstmals im Kunstverein Wolfsburg und im Anschluss daran in der Kunsthalle Lingen gezeigt werden.

Wenn Künstler sammeln, dann in der Regel keine Kunstobjekte, sondern Dinge, die keinen Kunstcharakter besitzen, diesen aber in einem Transformationsprozess erwerben. Dieser Form der künstlerischen Praxis ist die Ausstellung Heb mich auf! gewidmet. Sie präsentiert Künstler unterschiedlicher Generationen, deren Ausgangspunkt aber jeweils der gleiche ist: das Sammeln als erster Schritt in der künstlerischen Produktion. Das Endresultat, das fertige Kunstwerk, ist seiner Gestalt jedoch gänzlich verschieden – entsprechend der Intentionen der jeweiligen Künstler.



Zeitplan – Sammeln, Jagen, Ausstellen

Wolfsburger Sammler
24/02/–29/04/2012
Eröffnung: 23/02/2012, 19h

arti –Der Kunstpreis für Wolfsburger Künstler
17/05/–12/08/2012
Eröffnung: 16/05/2012, 19h

Jacqueline Doyen
07/09/–04/11/2012
Eröffnung: 06/09/2012, 19h

Heb mich auf!
23/11/2012–03/02/2013
Eröffnung: 22/11/2012, 19h

Raum für Freunde
Jahresprojekt
ab 23/02/2012

 
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