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Beyond Generations

In unterschiedlichen Zeitschriften wie SPEX, Kunstforum, de-bug, oder Die Zeit wird derzeit auf jeweils spezifische Weise das gleiche Symptom behandelt und interpretiert: das Phänomen, dass kulturelle Entwicklungen nicht mehr auf der Grundlage wechselnder Generationen erklärt werden können. Im Gegenteil, der Generationskonflikt wird verabschiedet, weil erkannt wurde, dass kulturelle Differenzen heute nach anderen Parametern verlaufen. Seit den 90er Jahren sind in so unterschiedlichen Bereichen wie bildende Kunst, Philosophie oder Popmusik keine nennbaren neuen Richtungen mehr zu registrieren. Nichts scheint heute so alt(modisch) zu werden, als dass man es durch Neues verdrängen könnte. Der gewohnte Ablauf von Geschichte wird durch ein vielfältiges Nebeneinander von Kulturen und Stilen abgelöst. So kann es geschehen, wie z.B. die Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte „de-bug“, feststellt, dass im gleichen Club 50-jährige auf 18-jährige Techno-DJs treffen. Dass eine Popmusik nicht mehr Jugendkultur genannt werden kann, wenn ihr größter Star, Madonna, gerade 50 wird und in dieser Hinsicht von Michael Jackson und Prince flankiert wird, liegt auf der Hand. Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2009 möchte sich der Kunstverein Wolfsburg der Kulturentwicklung jenseits des Generationsmodells widmen und dabei 50 aufregende Jahre der Vereins- und lokalen Kunstgeschichte Revue passieren lassen. Ende der 50er Jahre wurde nicht nur der Kunstverein Wolfsburg als erste Kunstinstitution der Stadt aus der Taufe gehoben, sondern für die Kulturentwicklung allgemein bedeutete diese Phase einen wichtigen Einschnitt. Mit Rock’n’Roll und Soul beginnt Ende der 50er Jahre die Ära der Popmusik, damals noch als Jugendkultur, die Raumfahrt startet ihren langen Weg ins All und Kunstformen wie Pop Art, Op Art, Happening und Aktionskunst werden geboren. Mit ihrem Jahresprogramm 2009 zeigt der Kunstverein Wolfsburg exemplarisch Konstanten in diesem 50-jährigen Zeitabschnitt auf.

Mit dem Beginn der Raumfahrt (Sputnikschock 1957) hat sich der Imaginationsraum der Menschheit entscheidend erweitert. Die Reise ins All war nicht mehr nur reine Träumerei sondern wurde konkreter und damit auch die Überlegungen dazu. Der Weltraum hat bis heute nichts an seiner Faszination verloren und führte zu einer „kosmischen“ Bildproduktion. Imaginationen von galaktischen Strukturen korrespondieren mit Ideen vom Leben auf fremden Planeten bzw. in Raumschiffen und Raketen. Die Ausstellung Weltraum als Fluchtlinie zeigt, dass für eine Reihe von Kulturproduzenten der exterrestrische Raum zum Ort der Sehnsucht, zum Spiegelbild unterschiedlichster Wünsche wurde und damit zum Abbild gesellschaftlicher Defizite. Die Ausstellung ist inklusive seiner Veranstaltungen und einem Außenraumprojekt der Beitrag des Kunstverein Wolfsburg für das Science & Art Festival „Phaenomenale 09“, das im kommenden Jahr unter dem Thema „Traumschiff Raumschiff“ steht.

Die Richtung der Op Art ist – obwohl oder gerade weil sie sich mit den Grenzen der visuellen Wahrnehmung beschäftigt und damit den Kunstbetrachter herausfordert – erstaunlich populär. Die Farbe als Lichtträger und Initiator von Bewegungseffekten ist bis in die Gegenwart Untersuchungsgegenstand zahlreicher Künstler geblieben. Aber nicht nur Mode, Grafik und Populärkultur bedienen sich der Op Art, sondern auch jüngere bildende Künstler greifen auf dieses Stilrepertoire zurück und transformieren es auf ihre Weise. Als einen der wichtigsten Op Art Künstler Deutschlands widmet der Kunstverein Wolfsburg unter dem Titel Optical Art from Brunswick Axel Dick eine Ausstellung, in der seine Werke der 60er und 70er Jahre in den Rahmen der internationalen Op Art-Bewegung gestellt werden, die bis in die Gegenwart reicht.

Von 1949 bis 1989 existierte die DDR. Seit 1989 – also bereits seit 20 Jahren – befindet sich Deutschland offiziell im Prozess der Wiedervereinigung. Einhergehend damit kann man von einem Verlust der kulturellen ostdeutschen Identität sprechen, der sich in den allerorts verschwindenden Repräsentativgebäuden der DDR ausdrückt. In zeitgenössischen Arbeiten der letzten Jahre finden sich häufig Rekonstruktionen aus dem DDR-Alltag, die ohne Nostalgie rekapitulieren. Die Ausstellung Reconstructed Zone versammelt Positionen von internationalen Künstlern, die sich mit der DDR und der Zeit nach 1989 beschäftigen und damit auch die aktuelle Situation des „wiedervereinigten“ Deutschlands reflektieren.

Rückblickend zeigt sich, dass weniger die Einzelpräsentationen innerhalb des Programms der 50-jährigen Geschichte des Kunstverein Wolfsburg richtungweisend waren als die (thematischen) Gruppenausstellungen, wie folgende Auswahl belegten soll junge Düsseldorfer Maler und Bildhauer (mit Richter, Polke, Immendorf), 1966; Ausstellungs-Versuch von Heute für Morgen, 1973; Mühlheimer Freiheit 1982; Frieden, 1983; Zeitgeist Architektur 1987; Zustände 1990, Der dritte Sektor, 2001; Flexibilität, 2004; Industriestadtfuturismus 2005; Green Dreams, 2007 u.v.a.. Daraus lässt sich erkennen, dass diese Institution stets Wert auf eigenwillige und innovative kuratorische Konzepte legte, wie sie besonders in Gruppenschauen zum Ausdruck kommen. Auch die fünf Künstler, die stellvertretend für ein Jahrzehnt für die Jubiläumspräsentation ausgewählt wurden, zeigte man hier vorrangig im Format der Gruppenausstellung. Best of 50 Years soll einerseits anhand repräsentativer Persönlichkeiten die Ausstellungsgeschichte des Kunstverein Wolfsburg beleuchten, andererseits die aktuelle Produktion dieser Künstler vorstellen.

Künstlerische und kulturelle Ideen, die prägnant und zukunftsweisend sind, blieben über die letzten Jahrzehnte hinweg relativ unverändert präsent. Das Ablösen von Richtungen durch den Generationswechsel kann dagegen kaum mehr als die vorrangige symbolische Form der Geschichte begriffen werden, die kulturelle Entwicklungen langfristig erklärt. Die Vorstellung von einem in die Zukunft gerichteten Fortschrittsprojekts, das von der jeweils jungen Generation vorangetrieben wird, scheint ausgedient zu haben.

Zeitplan – Beyond Generations

Weltraum als Fluchtlinie
27/02/–26/04/2009
Eröffnung: 26/02/2009

Optical Art from Brunswick
13/05/–16/08/2009
Eröffnung: 12/05/2009 (Dienstag)

Reconstructed Zone
04/09/–08/11/2009
Eröffnung: 03/09/2009

Wolfsburg wird Kunststadt/Best of 50 Years
28/11/2009–07/02/2010
Eröffnung: 27/11/2009


Außer in den eigenen Räumen präsentiert der Kunstverein Wolfsburg 2009 im KraftWerk der Volkswagen AG während des Tanzfestivals Movimentos eine internationale Ausstellung zum Festivalhema „Verantwortung“ mit dem Titel Love me tender, Über Kinder, Erwachsene und deren Verhältnis“, Eröffnung 23/04/2009.

 
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