vertraut & unheimlich

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Sieh es nicht als selbstverständlich an, sondern als merkwürdiges Faktum, dass uns Bilder und erdichtete Erzählungen Vergnügen bereiten; unseren Geist beschäftigen
Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, § 524


Zu den besonderen Intentionen der Kunst gehört der Wunsch, mit ihren Arbeiten an der Oberfläche der Dinge zu kratzen und so hinter eine Scheinwelt des Banalen zu dringen. Diese erhoffte Tiefe der Wahrnehmung und Erkenntnis führt nicht selten vom Vertrauten zum Unheimlichen. Entsprechend behauptet der amerikanische Philosoph Stanley Cavell, dass das Leben des Menschen gewöhnlich ist, zugleich aber vor dieser Gewöhnlichkeit flieht. So ist auf eine fast paradoxe Weise das Gewohnte und das Außergewöhnliche und nicht zuletzt das Unheimliche von Beginn an miteinander verbunden. Cavell spricht in diesem Zusammenhang vom Surrealismus des Gewohnten. Er beschreibt es als seine philosophische Aufgabe die Notwendigkeit zu skizzieren, „den Menschen als wesentlich merkwürdiges, sagen wir instabiles, Wesen zu verstehen, dessen Alltag stets phantastisch ist. Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, wie schnell das scheinbar Vertraute in Irritation umschlagen kann. Dazu gehört das Unvermögen den Anderen als grundlegend anders akzeptieren zu können, und die Erkenntnis, dass mit ihm kein symmetrischer Dialog möglich ist. Der Affekt des Fremdartigen zieht oft das Gefühl des Unheimlichen nach sich.

Sich mit dem Unheimlichen zu beschäftigen, bedeutet sich über die Hilflosigkeit des Subjekts Gedanken zu machen. Denn unheimlich wirken Objekte z.B. Gebäude deshalb, weil das Subjekt, welches das Objekt ansieht, das unbestimmte Gefühl hat, dass das Objekt selbst schon irgendwie das Subjekt anblickt, zwar von einem Punkt aus, der seiner Sicht völlig entgeht. Das Subjekt wird auf eine Art und Weise beobachtet und eingeschätzt, die es nicht durchschaut. Der Mensch ist in ein sozio-symbolisches Netzwerk platziert, dessen Regeln es nicht nur nicht bestimmen kann sondern denen es hilflos ausgeliefert ist. Entsprechend erzeugt Alfred Hitchock in Filmen wie Psycho oder Die Vögel eine unheimliche Atmosphäre, indem er permanent die Kamerastandpunkte zwischen der Sicht der Person und dem Blick des Objekts wechselt.

Wichtige Theoretiker des Unheimlichen wie Sigmund Freud oder Stanley Cavell wählen, um diesen Terminus zu erläutern, gerne das Beispiel des Automaten, die Maschine, die als lebendig erscheint. Etwas als unheimlich zu empfinden, steht demnach in enger Verbindung mit der Ambivalenz von Maschinellem und Organischem/Lebendigem. Dass wir Maschinen, die ein Eigenleben besitzen und von den Paradigmen des Funktionellen und Rationellen abweichen, als merkwürdig wahrnehmen, ist Ausgangspunkt des Ausstellungsprojekts Merkwürdige Maschinen. Es zeigt künstlerische Arbeiten, die zwar an vertraute Geräte erinnern, sich aber durch die künstlerische Bearbeitung prägnant von diesen in Gestalt und Wirkung unterscheiden.

In ihrer sehnsuchtsvollen Suche bewegt sich die neue Pop-Romantik der Ausstellung In the Shadows auf der düsteren Seite des Lebens. Hinter dem Vertrauten entdeckt sie Merkwürdiges und gleichzeitig Verführerisches. Die Bilderwelt der präsentierten Künstler lässt sich in erster Linie nicht auf frühere romantische Strömungen zurückführen. Sie holt ihre Anregungen viel mehr aus der Popkultur von Psychedlischer Kunst über Dark Wave bis zu Weired Folk.

Das Bild vom Landleben ist geprägt von romantischen Vorstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Die Ausstellung Village People möchte dieses anhand von zeitgenössischen Arbeiten aktualisieren, die sich der Betrachtung des Dorfes, des Dorflebens und der Dorfbewohner widmen und dem Unbekannten in diesem fremden System nähern.

Der arti, der Kunstpreis für Wolfsburger Künstler, der alle zwei Jahre vom Kunstverein Wolfsburg verliehen wird, wird im Jahr 2008 zum zweiten Mal als Wettbewerb ausgeschrieben und vergeben. Das Thema dieses Wettbewerbs wird sich am Thema des Jahresprogramms vertraut & unheimlich orientieren. Die besten der eingereichten Arbeiten werden in einer Ausstellung im Kunstverein Wolfsburg zu sehen sein.

Seltsam – zwei niedersächsische Künstler machen in den USA eine beachtliche aber auch tragisch endende Künstlerkarriere, von der hierzulande kaum jemand etwas erfahren hat. Deswegen ist es längst überfällig, dass diese Künstler namens George Cup und Steve Elliot mit Geburtsort Hesslingen (heute Wolfsburg) und Nordhorn in einer Retrospektive im Kunstverein Wolfsburg und anschließend in der Städtischen Galerie Nordhorn vorgestellt werden (vergleichbar zu der Präsentation der in Wolfsburg geborenen und in Berlin bekannt gewordenen Brüder Max und Wolfgang Müller im Jahr 2007).


Timeline

Merkwürdige Maschinen
Eröffnung 22/02 (Freitag)
Ausstellung: 23/02– 20/04/08

In the Shadows
Eröffnung 08/05 (Donnerstag)
Ausstellung: 09/05–29/06/08

Village People
Eröffnung 10/07 (Donnerstag)
Ausstellung: 11/07–07/09/08

Blacked Out
(George Cup Retrospektive)
Eröffnung 25/09 (Donnerstag)
Ausstellung: 26/09–16/11/08

arti 2008
Eröffnung 02/12/08 (Dienstag)
Ausstellung: 03/11/08–08/02/09

 
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